Archiv der Kategorie: Politik & Gesellschaft

Urban Gardening – ein grüner Trend

In den Städten tendieren die Farben zu Grau – und doch wird es grüner. Ich hatte zwar schon mal etwas vom Begriff Urban Gardening gehört, doch bevor wir es in der Schule im Rahmen eines Ökologieprojekts behandelt hatten, konnte ich nicht viel damit anfangen.

Bevor das Projekt losging, besuchten wir diverse urbane Stadtgärten. Anders als man denkt hat es dort nicht eine Wiese mit Pflanzen drauf, sondern alle möglichen Gefässe und Kisten. So zum Beispiel alte Autoreifen, Toiletten (!) und Einkaufswagen. Besonders beeindruckt hat mich Frau Gerolds Garten, der direkt hinter dem Bahnhof Hardbrücke liegt. Frau Gerolds Garten kann ich jedem empfehlen, der gerne (gesund) isst und gute Stimmung hat. Doch unser Besuch war nicht zum Vergnügen, sondern um herauszufinden, wie man am besten so einen Urban Garden macht. Dort konnten wir besonders viele Inspirationen sammeln.

Nach langer Vorbereitung und Planung bekamen wir in kleinen Gruppen endlich ausrangierte Einkaufswagen, die wir nach reifer Überlegung The Real Farmville tauften. Ausgelegt mit einem alten Kartoffelsack und gefüllt mit Schichten aus frischem Kompost, gröberen Zweigen und frischer selbstgemachter Erde war er endlich bereit zur Bepflanzung. Wir rüsteten uns mit Radieschen-Samen, Tomatensetzlingen, viel Salat, Basilikum, Erdbeeren und vielem anderem aus, zogen in den Kampf gegen das Grau und begrünten den Einkaufswagen.

Schon nach wenigen Tagen konnten wir erste Veränderungen beobachten und fühlten uns wie stolze Eltern. Es funktioniert und sieht toll aus. Nach und nach wuchsen unsere Pflanzen, und ein rundes Dutzend blühende Einkaufswagen verschönerte unsere Schule.
Leider waren wir vom Schulalltag so absorbiert, dass wir vergassen, dass wir noch einen Einkaufswagen zum Giessen haben. Und so hat schlussendlich unsere Lehrerin einen grossen Teil zum Überleben unserer Pflanzen beigetragen. Am Ende des Schuljahres gab es wie immer unser Gartenfest, wo wir dann unsere selbstgezogene Ernte essen konnten. Ich kann sagen, dass unsere Karotten und Tomaten nicht so gross und schön waren wie die aus dem Supermarkt. Aber doch um einiges feiner und viel geschmackvoller.

Es war eine sehr schöne und bleibende Erfahrung, die zu machen ich allen empfehlen kann.

Hier noch ein Bild von unserem «Salatwagen»:

UrbanGardening

Und hier ein Link zu Frau Gerolds Garten, für alle die den kleinen Rest des Sommers noch im urbanen Grün geniessen wollen: http://www.fraugerold.ch/

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Social Seating: Auf dem Ferienflug neue Freunde finden

Endlich wieder Ferien. Es wird ein langer Flug bis nach Rio. Nach dem Einchecken steigst du ein und suchst deinen Platz. Ein Fensterplatz natürlich und wie du bemerkst, hat sich schon jemand darauf breit gemacht. Nach mühsamem Ticketnummernvergleich räumt das Gegenüber endlich den Sitz, und du nimmst Platz. Schlimmer kann es nicht mehr kommen, denkst du, doch da fängt er an seine Schuhe auszuziehen und dir dabei seine ganze Lebensgeschichte zu erzählen. Dabei wolltest du dich doch während dem Flug noch ein bisschen entspannen.

Willst du nicht neben jemandem sitzen, der für seine Flugzeitgestaltung total andere Präferenzen hat? Die niederländische Fluggesellschaft KLM (Royal Dutch Airlines) hat dafür den neuen Service Meet & Seat lanciert. Jetzt kannst du im Voraus entscheiden, neben wem du sitzen willst. Du loggst dich einfach über ein sozials Netzwerk wie facebook, linkedin oder Google+ ein und checkst ab, welche anderen eingeloggten Mitflieger auf dem Flug sind. Mit dieser «interessengesteuerten Platzverteilung» kannst du bequem von zuhause aus entscheiden, ob du lieber Kontakte knüpfen oder dich entspannen willst. Ob du einen Kundenkontakt knüpfen oder einfach flirten willst. Natürlich kann es immer noch passieren, dass du schlafen willst wie dein Sitznachbar – und dass dieser dann ununterbrochen und lautstark schnarcht. Doch die Chance, einen optimalen Sitznachbarn zu finden, ist auf jeden Fall um einiges grösser als sonst. Leider ist dieses Angebot bis jetzt noch nicht so populär. Erst bei KLM und Malaysia Airlines ist es möglich, sich auf diesem Weg auszusuchen, neben wem man sitzt.

Meiner Meinung nach ein sehr gutes Projekt. Schliesslich ist es immer schön, wenn man das kriegt, was man sich wünscht – auch auf Reisen. Doch bei den vielen Hackerangriffen und unserer Internetfreizügigkeit muss man sich trotzdem auch fragen, ob das nicht ein weiterer Eingriff in unser Privatleben ist. Schliesslich haben die Fluggesellschaften danach alle unsere Daten gespeichert!

Wie denkt ihr über Social Seating und seine Vor- und Nachteile? Würdet ihr euch dort anmelden oder auf gut Glück im Flugzeug Platz nehmen?

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Essen kaufen – und wegwerfen?

Es gibt vielerorts Menschen die Hunger leiden. Trotzdem wird rund ein Drittel aller Nahrungsmittel weggeworfen. Ein Drittel – das sind 2.3 Mio. Tonnen im Jahr. Das ist das Gewicht von 900 Elefanten am Tag oder von 3 Kleinwagen in der Minute … Dies aufgrund von «Qualitätsmängeln», weil das Ablaufdatum überschritten wurde oder weil man einfach viel mehr einkauft als man essen kann.

Seit einiger Zeit gibt es nun eine neue Bewegung, die Aktiv etwas gegen diesen Wahnsinn unternimmt: die Freeganer. Wer ein Freeganer ist, verzichtet freiwillig darauf, sich Essen zu kaufen und sammelt es stattdessen hinter Supermärkten und in Mülltonnen. Nicht aus Armut, sondern weil er uns zeigen und beweisen will, das vieles gar nicht weggeschmissen werde müsste, dass wir zu verschwenderisch sind. Kaum zu glauben – und doch eigentlich gar nicht so unglaublich.

Denn vieles, was in den Mülltonnen landet, ist durchaus noch essbar und lecker. Nur weil das Ablaufdatum überschritten wurde, heisst das nicht, dass das Essen nicht mehr geniessbar ist, sondern nur, dass der Hersteller keine Garantie mehr übernimmt. In grossen Verkaufsstellen werden ganze Früchteschalen mit guten Früchten entsorgt, weil eine einzige Frucht mangelhaft ist.

Neben dem «freiwilligen Essen auf der Strasse suchen» fordern die Freeganer uns auf, unsere zuviel eingekauften Lebensmittel an sozial Beeinträchtigte zu verschenken, sie zu verteilen oder ein grosses Essen zu veranstalten, damit man es nicht wegwerfen muss. Oder noch besser: Nur so viel einkaufen wie man tatsächlich essen wird!

Ich denke, dass ich in Zukunft zwar weiter meine Lebensmittel kaufen werde, aber mehr darauf achte, wie viel ich einkaufe und was ich wirklich wegwerfe.

Wie denkt ihr über unseren Lebensmittelkonsum und die Verschwendung?

Frische Frucht aus der Mülltonne

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Das humanitäre Abenteuer

Im Frühjahr 2013 wurde das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum in Genf nach fast zwei Jahre dauernden Umbauarbeiten wiedereröffnet. Nun, ein Jahr später, lädt das Rote Kreuz zur neuen Dauerausstellung „Das humanitäre Abenteuer“ ein.

 

Die Ausstellung bietet eine einzigartige Möglichkeit, einen Einblick in die humanitäre Arbeit zu erhalten. Sie ist in drei Themenbereiche unterteilt, die von renommierten Architekten aus verschiedenen Kulturkreisen gestaltet wurden:

Die Menschenwürde verteidigen von Gringo Cardia aus Brasilien

 

Familienbande wiederherstellen von Diébédo Francis Kéré aus Burkina Faso

 

Risiken von Naturgefahren begrenzen von Shigeru Ban aus Japan

 

Emotionen, Entdeckungen, Denkanstösse: Eine Reise ins Herz der Menschlichkeit – ebenso berührend wie spannend. Sehr empfehlenswert!

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Body Integrity Identity Disorder (BIID)

BIID? Noch nie gehört? So ging es mir bis vor einigen Tagen auch noch.
Die sogenannte Body Integrity Identity Disorder meint eine Störung, bei der Betroffene das Gefühl haben, dass eines oder mehrere Gliedmassen nicht mehr zu ihrem Körper dazugehören oder nicht dem eigenen Selbst angehören. Solche Leute äussern auch häufig den Wunsch, sich diese Gliedmassen amputieren zu lassen, da es für sie eine Last ist und sie tagtäglich bedroht und sie den Gedanken daran nicht mehr loswerden können, dass dieses körperteil nicht zu ihnen selbst dazugehört.

Dieser übermässige Wunsch, mit einem Körperteil weniger zu leben und somit als körperlich behinderte oder beeinträchtigte Person zu leben, ist bei betroffenen Personen so stark, dass sie sich die betroffenen Gliedmassen oftmals abbinden, verstecken oder gar verletzen. Ein Betroffener in der Schweiz lebt seit Kindesalter mit dieser Störung und seit diesem Alter verspürt er auch den Wunsch, sich das Bein zu amputieren, da er sagt, es gehöre nichrt zu ihm. Er bindet sich täglich, wenn er zu Hause ist, den Unterschenkel an den Oberschenkel und simuliert so einen Stumpf. Ein anderer Betroffener in Australien hatte ein so starkes Verlangen, das Körperteil endlich loszuwerden, dass er sich ersatzweise zuerst einen Teil seines Fingers abgetrennt hat und anschliessend, als das nichts genützt hat, sein Bein für 7 Stunden in Eis gelegt, damit es soweit abstirbt, dass die Ärzte es amputieren mussten. Einen kurzen Film über diesen mann könnt ihr hier schauen:

Natürlich amputiert kein Arzt ein gesundes und funktionsfähiges Bein, doch sie operieren beispielsweise Männer, die zu Frauen werden wollen. Auch diese Menschen verändern sie stark und entfernen genauso gesunde Körperzellen und -teile, doch diese Art von Veränderung ist in der Gesellschaft (einigermassen) akzeptiert. Weshalb ist es die BIID nicht? Was haltet ihr davon? Sollte man solchen Leuten ihren Wunsch einer Amputation erfüllen?

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