Monatsarchive: Juli 2011

Die Kollegin aus dem yksi-kaksi-kolme-Land

Giorgio Vasari ist heute vor 500 Jahren auf die Welt gekommen. Das ist schon eine Weile her, aber für die alte Tante ein Grund sich mit ihm in einem langen Artikel zu beschäftigen.

Vasari war ein richtiger Tausendsassa, der schon als zwölfjähriger Bube lateinische Texte vor Publikum rezitierte und Zeichnungen für Kirchen anfertigte und Bilder systematisch zu sammeln begann. Er war Architekt, Maler und Gründer der Kunstgeschichte. Die NZZ (30.7.2011, S. 55) schreibt dazu: „Mit seinen Künstlerbiografien, die ja als «Viten» geradezu eingedeutscht sind, hat er ein ebenso grossartig-historisches wie lebendig-literarisches Monument der Renaissance geschaffen“…“Der Anstoss zur Edition dieses immensen Materials ergab sich 1546 köstlicherweise in einer der kulinarischen Soireen, die der junge Kardinal Farnese in seinem Palast in Rom mit befreundeten illustren Gästen gelegentlich inszenierte“.

Was auch immer köstlich war, wir wissen es nicht, weil leider oder zum Glück (auch das wissen wir nicht) viel zu spät geboren. Was mir aber am Artikel von Kurt Stoessel so gefällt, sind die italienischen Textpassagen. Der Autor verzichtet auf eine genaue Übersetzung und setzt voraus, dass LeserInnen über genug Sprachkenntnisse verfügen, um zumindest die Texte aussprechen zu können: «Potrete dunque dargli un sunto voi ed una ordinata notizia di tutti i detti artefici e delle opere loro secondo l’ordine dei tempi.» Was das heisst, weiss ich nicht. Immerhin kann ich das mit vier Jahren Schulitalienisch aussprechen und das tue ich auch aus Freude an der Sprache, die ich so selten spreche, aber ab und zu karaoke-mässig singe:

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Ich liebe Italienisch. Das tat ich sogar in der Schule, wo mich der Italienisch Lehrer Pinocchio nannte- nicht wegen eines Charaktermangels, sondern wegen dem schon damaligen prominenten Gesichtsmerkmal. Er lehrte uns mit spitzbübischer Freude leicht anrüchige Wörter, die ich mir sofort einprägen konnte. Dies im Gegensatz zum passato remoto und dem elenden congiuntivo (habe ich das richtig geschrieben?), welche ich nie verstanden habe. Aber das macht nichts, denn in Europa gibt es so viele Sprachen, dass es unmöglich ist alle zu beherrschen.

Als Jugendlicher war ich viel in Italien in den Ferien. Und einmal reiste ich alleine von der Toscana nach Pescara, wozu ich in Bologna umsteigen musste. Aber kein Mensch versteht die italienischen Durchsagen auf den Bahnhöfen. Wie konnte ich darum wissen, ob der verspätete Zug (logisch weil ja in Italien) tatsächlich nach Pescara fährt? Also habe ich ein Sätzli im Kopf präpariert und im besten Schulitalienisch einen älteren Passagier gefragt: „Perdoname. E giusto che questo treno va a Pescara“? Er nahm ruhig seine Brille ab, schaute mir in die Augen und gab zur Antwort: „Mit mir chasch ruhig Züritütsch rede“. Nun gut, vor 30 Jahren hat man in itlalienischen Zügen Züritütsch gesprochen. Aber heute muss immer und überall Dialekt gesprochen werden, denn schliesslich sind wir ja in der Schweiz. Und auch im Spital wird grundsätzlich mit Patienten und ArbeitskollegInnen nur Dialektgesprochen. Denn die Menschen sind selber schuld, wenn sie nach 30 und 40 Jahren immer noch kein Deutsch können und das sollen sie auch spüren. Nun gut. Jedem das Seine. Aber ich habe lieber mit KollegInnen gearbeitet, die eine Ahnung von ein paar Sprachen hatten und über einen Bildungshorizont verfügten, der nicht am Rhein und Gotthardt endet. So zum Beispiel mit M. Sie ist aus dem yksi-kaksi-kolme-Land und hatte mir nachts um vier, wenn es keine Arbeit auf dem Notfall gab und wir in diesem merkwürdigen Zustand von Müdigkeit und gleichzeitiger Wachheit waren,  Horoskope und Kochrezpte in ihrer Muttersprache vorgelesen. Das waren keine kulinarischen Soireen, aber immerhin pflegerische Nocturnes.

Und zum Schluss noch ein Fresko von Vasari, denn schliesslich hat er ja heute Geburtstag (Bild aus der NZZ, vom 30.7.2011, S. 55):

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Blick in die Zukunft

Einen Blick in die Zukunft richteten die FaGe-Lernenden der 09er Klassen im Rahmen der gleichnamigen Veranstaltung. Das Ziel dieses Anlasses war den Lernenden berufliche und weiterbildende Möglichkeiten nach Ihrer Ausbildung aufzuzeigen.

Informationsposten des Spitex Winterthur

Zu Beginn der Veranstaltungen lauschten die Lernenden den Kurzpräsentationen verschiedenster Referenten, welche Informationen zu Aufnahmeverfahren und Ausbildungen auf der Tertiärstufe, zur Laufbahnberatung Gesundheitsberufe oder zur Tätigkeit als FaGe vermittelten. Besonderes Interesse fanden die beiden Präsentationen des Berufsverbands der Pflege (SBK) und die Gewerkschaft VPOD, welche die Lernenden motivieren wollten, sich auch berufspolitisch zu engagieren.

Der zweite Teil wurde durch die marktähnliche Gestaltung des E15 zu Informationsbasar. Die einzelnen „Marktstände“ entpuppten sich als Informationsposten, welche durch Personen aus der Praxis, Fachstellen und Verbänden einerseits, von Mitarbeitenden des ZAG andererseits betreut wurden. Hier konnten sich die Lernenden nun ihre Fragen 1:1 beantworten lassen, sowie sich über die Bereiche Langzeit, Psychiatrie, Spitex und Akutpflege und die sich dort bietenden Anstellungsbedingungen informieren.

Dank dem Einsatz vieler Personen aus den verschiedensten Bereichen (an dieser Stelle ein herzliches Danke) wurde die Veranstaltung von den Lernenden als aufschlussreiche, diskussionsfreudige und bunte Sache erlebt.

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Pinkige Wohltat!

“Jeden Tag eine gute Tat tun”- sagt und vielleicht tut man es auch wirklich… Hierbei möchte ich euch eine einzigartige Möglichkeit vorstellen, wie man genanntes Sprichwort bunt verwirklichen kann! (mehr …)

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Wakeboarden

An einem sonnigen Julitag wage ich mit meinen Freundinnen einen Ausflug auf den Untersee zum Wakeboarden. Ich freue mich sehr, denn es sieht sehr spassig aus. Natürlich auch nicht ganz einfach, aber da ich auch Snowboard fahre sollte es ja nicht so schwierig sein, oder?  :-)

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Ferien-Schlechtwetter-Programm

Also wirklich, die Wetterprognosen sind ja nicht vielversprechend… Die Badi kann ich wohl vergessen. Was machen? Hier ein paar Ideen:

Lange nicht gespielt? Im Spielemuseum kann man nicht nur anschauen, sondern auch ausprobieren: http://www.museedujeu.com/web/index.php?option=com_content&view=article&id=69&Itemid=181&lang=de

Sehenswert! Wohnen, Architektur und Design im Vitra Campus Weil am Rhein. Ein Besuch unter der Woche ist empfehlenswert, am Wochenende hat es viele Leute: http://www.vitra.com/de-de/campus/vitrahaus/

Ein Besuch in der Hauptstadt, bummeln unter den Lauben in Bern und die Bären freuen sich bestimmt auch bei Regenwetter über Besucher: http://www.bern.ch/weiche_de

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